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AUTOBIO/BIBLIOGRAFISCHE ANMERKUNGEN

ÜBERSETZUNG VON CHRISTOPH GERARD

Oscar Fontanesi - AUTOBIO/BIBLIOGRAFISCHE ANMERKUNGEN



Oscar Fontanesi. Ein einziger, unaufhörlicher Austausch zwischen Poesie, Malerei und Denken vereinigt sein kontemplatives Wahrnehmen, das auf drei verschiedenen Ebenen stattfindet. Diese Ebenen finden zusammen, so, wie die Stimmen beim A Capella-Gesang, in einer einzigen vereinigenden und einheitlichen Erfahrung von Wahrheit, in der das Wort den Rhythmus, die Wegrichtung und also den Zeitraummarkiert, in dem sich die Strecke und die ewig morgenfrische Wahrnehmung des Geheimnisses erhellt, das dazu aufruft, die angespannte Erwartung in Gesang zu übertragen. Bis heute sind sechzehn Werke mit Gedichten abgeschlossen.
PIANGALARDO VARIAZIONI (“Piangalardo Variationen") ist zwischen 1996 und 1997 geschrieben. Es handelt sich um 40 Variationen eines einzigen Themas, die sich jeweils entsprechend ihrer inneren Natur unterscheiden: Der FLUG (italienisch: VOLO/griechisch:FORA), das Abheben, unaufhaltsam und unerreichbar, von gleicher Schönheit, wie wenn man sich in sich selbst von seinem Ein-Sein (/griechisch: EN) löst.

"NEL FUOCO DELLE CONCHIGLIE"(“Im Feuer der Muscheln“) ist das zweite Buch, entstanden 1998. Auch hier bezeichnen 40 Variationen den nachdenklichen und heiligen Kontrapunkt, den das Feuer, die tiefe Stímme (voce bordone = voce bass?) des Meeres, im Klangschoß der Muschel vollführt - Laute. Lautenmacher und Laute, Töpfer und Gefäß: das sind die Bilder, in denen das Echo des Meeres dichterischer Stimme sich kreisend bewegt.

Im dritten Buch COSI’ LE COMETE(“ so die Kometen “) von 1999, findet die Umformung des Wortes "Komet“ statt. Die Sterne, die Galaxien, die Kometen sind flimmernde und leuchtende Zeichen auf dem gesichtslosen Gesicht der Wahrheit, die Nacht geworden ist. Auf dieser und mit Hilfe dieser Wahrheit erzeugt die Poesie den intensiven Zustand offenen Lauschens auf die göttlichen und menschlichen Chöre in ihrer Verflechtung mit dem Baum der Geschichte.

Das vierte Buch trägt den Titel "PER I MARI DEL CANTO" (“Durch die Meere des Gesangs"), entstanden 1999/2000. Auch in diesem Werk ist es das immer gleiche Thema: das Geheimnis, das im dichterischen Wort Wahrheit wird, ans Tageslicht zu fordem so, wie die Sonne aus dem Meer emportaucht. Aber der Betrachtung des Dichters ist sehr wohl auch die äußerste Gefahr der Vernichtung bewußt, die das Schicksal der Poesie -gleich dem Blauwal - harpuniert und fesselt. Ein Drama, das sich nicht nur äußerlich abspielt durch die von grenzenloser Technik uneingeschränkte Macht ("Macht" von "machen =fare) der Walfisch-Jäger sondern ebenso innerlich im tiefsten Herzen der Dichtung -einer Dichtung, die selber zum Wal wird.

Ausrottung (auch der Sprache?) durch Entleerung, Verarmung, Austrocknung nach dem Stranden an Sandbänken draußen, zerstört oder schicksalhaft gefangen im abenteuerlichem Tauchen unter den Eiskappen der Pole .....

Diesen Punkt zu erreichen und von hier wieder auf zu brechen, dem Schlingern der dichterischen Stimme durch die Gesänge des Meeres folgend, bedeutet also nicht sich nur dem Schlaf (dem technischen Belieben/Wollen) hinzugeben, um in die Mäßigkeit hinab zu steigen, sondem in unendlichem Maße mehr bedeutet es, sich vom Schlaf überwältigen zu lassen, um im Gesang zu erwachen.

Die Tinte fließt noch immer. Im Juni 2000 drängt es den Dichter zu einer neuen dichterischen Erfahrung. Wir erlauben uns, auf den voraussichtlichen Titel: "PRESSO LA CONTRATTA FONTE" (“Bei der zusammengezogenen Quelle") hinzuweisen.